Hauptversammlung: neuer Präsident der SVP Senioren Kanton Bern

Martin Wälti, Worb
Wer sich an Sach- und Fachgeschäften der Hauptversammlung und an den Tätigkeiten des Vorstandes interessiert, muss an die HV kommen oder die Protokolle lesen. Aber an diesen Veranstaltungen wird weit mehr geboten, und es gibt Ausserordentliches zu hören und zu sehen. Les absents ont toujour tort!
Die HV 2026 war und wurde geprägt von und durch prägende Persönlichkeiten. Für die einen war es ein Erntedankfest für die anderen ein Frühlingsbeginn.
ERNTEDANKFEST
Ueli Iseli trat nach 10-jähriger Tätigkeit aus gesundheitlichen und familiären Gründen als Präsident zurück. Dass es für ihn kein einfacher Entscheid war, spürten und sahen die Anwesenden während seiner Abschiedsrede. Ueli hat sein Amt mit Herzblut, Engagement, großem Eifer, Weitsicht und mit viel Verstand ausgeübt. Die anerkennenden, rühmenden Dankes- und Lobesworte bezeugten dies. Diese Verabschiedung liessen sich Alt-Bundesrat Dölf Ogi mit Gattin, Alt-Regierungsrat Peter Schmid, Nationalrat und Parteipräsident Manfred Bühler, Grossrätin und OK-Präsidentin des Eidgenössischen Musikfestes 2026, Nadja Günthör, sowie weitere Amts- und Würdenträger nicht nehmen. Als Beweis und als Zeichen dafür, dass Ueli im Vorstand und von den Mitgliedern hochgeschätzt war, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Diese Ehre war bisher nur Alt-Bundesrat Ogi zuteilgeworden.
Bethli Küng war Vize-Präsidentin und trat ebenfalls auf diese HV hin zurück. Für eine Laudatio reicht hier der Platz nicht aus. Dieser „Institution“ aus dem Saanenland könnte hier nicht gerecht werden, und meine Sätze wären nur ein Abklatsch. Darum verweise ich auf das erst kürzlich erschienene Buch: „BETHLI KÜNG-MARMET“, geschrieben von Grossrat Samuel Krähenbühl und erhältlich im WEBER Verlag. Es ist genüsslich zu lesen und reich bebildert.
Mit Christian Grossniklaus hat ein anderes Schwergewicht den Vorstand verlassen. Ein Schwergewicht, weil seine Voten, seine Vorschläge und seine Meinungen stets gewichtet haben. Christian war immer bestens vorbereitet und gut dokumentiert an die Sitzungen gekommen, wo er zugehört aber auch debattiert und überzeugt hat. Er war der Vertreter des Oberlandes Ost (aber auch der Niederhornbahn!!!).
Abschied aus dem Vorstand nahm auch Spichiger Hansruedi. Seine Beweggründe zum Rücktritt sind berührend und lassen sich hier nicht beschreiben. Auch er ist eine außerordentliche Persönlichkeit, die im Vorstand mit viel politischem Engagement und besonderer Lebenserfahrung viel zur Bereicherung beigetragen hat. Eine heimtückische Krankheit hat ihm die Sprache genommen. Wie er aber mit diesem Schicksal umgeht, es akzeptiert und sein strahlendes Lachen nicht verliert, macht uns sprachlos!
Für diese vier Mitglieder war die Verabschiedung eine Art Erntedankfest. Sie ernteten Dank, Lob und Anerkennung, durften mit vielen guten Wünschen und beschenkt ins hintere Glied zurücktreten. Wir freuen uns, sie weiterhin bei den Senioren zu wissen.
FRÜHLINGSBEGINN
Die einen gehen, die anderen kommen. Der Vorstand wurde nicht nur verändert, er wurde verjüngt, aufgefrischt und wieder komplettiert. Schwierig war die Suche nach einem neuen Präsidenten. Gut Ding braucht zuweilen Lang Weil.
In der Person von Martin Wälti, Worb, fanden wir für uns Senioren ein Jungspund, 1961, der frischen Wind in den Vorstand bringt. Er hatte schon verschiedene Funktionen in der SVP inne und wird als ehemaliger Regionalleiter bei Swissgenetics Genossenschaft Zollikofen, als größter Schweizer Produzent und Vermarkter von Rindersperma für die künstliche Besamung, bestimmt befruchtend Einfluss nehmen auf die Arbeiten des Vorstandes…!
Christian Grossniklaus hat als Nachfolger auch wieder für ein Schwergewicht gesorgt. Werner Gartenmann, Lauterbrunnen, Geschäftsführer von Pro Schweiz, ist für uns natürlich eine Trouvaille. Mit seiner Professionalität, seinem Netzwerk, seinen Kompetenzen und seiner Eloquenz sind wir neben diesem „Gartenmann“ gerne die Gartenzwergen. Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit.
Auch die Bodenhaftigkeit, der erfrischende Saaner Dialekt und ein motivierter Mitstreiter aus dem Obersimmental bleiben uns erhalten. Mit Emil Trachsel, Gstaad, ist der Vorstand wieder komplett. Ein hochspannender und blühender Frühling bei den SVP-Senioren des Kantons Bern kann beginnen. Freude herrscht!
Zu diesem Frühlingsgefühl hat dann noch Grossrat Dr. iur. Patrick Freudiger mit seinem Referat: „Wie wollen wir den Kanton Bern attraktiver machen?“ beigetragen. Was und wie dieser brillante Jungpolitiker zum Schluss einer schon lang andauernden Versammlung uns mit seinem Vortrag zu sagen hatte, war hohe Schule, ein Hochgenuss und Hoffnung weckend. Hoffnung oder sogar Gewissheit, dass wir Senioren auf intelligente, engagierte Politiker in den Nachfolgegenerationen zählen dürfen, die über einen geschulten, gesunden Menschenverstand verfügen.
Ende Mai 2026 / Paul Hunziker
